Bernd Schwarzer malt seit Jahrzehnten an einer einzigen Sache. Er nennt sie das Europawerk.
Fünf Jahre lang hat Klaus Martens den Düsseldorfer Maler mit der Kamera begleitet: im Atelier, vor den Bildern, im Streit mit einem Kunstmarkt, der ihn nicht fassen kann. Herausgekommen ist kein Erfolgsfilm. „Schwarzers Kosmos" zeigt einen Künstler, der sich von niemandem beraten lässt, auch nicht von denen, die ihn tragen.
Genau darin liegt der Reiz des Porträts. Es erzählt weniger vom Gelingen als von der Hartnäckigkeit, mit der einer an seinem Gesamtkunstwerk festhält, während die Verhältnisse um ihn herum andere Regeln haben.
Das Europawerk ist keine Reihe von Einzelbildern, sondern ein Zusammenhang, der über Jahrzehnte gewachsen ist. Es handelt von der deutschen Teilung, von der Wiedervereinigung und davon, dass ein Kontinent zusammenwachsen kann. Schwarzer hat diese Idee formuliert, als die Mauer noch stand.
Die Farben bleiben dieselben: Blau, Gelb, Rot, Schwarz. Die Ölfarbe trägt er pastos auf, Schicht über Schicht, bei manchen Arbeiten bis zu fünfzig Lagen. Die Bilder werden dabei zu Landschaften mit eigenem Relief. An einem einzelnen Werk arbeitet er mitunter zehn Jahre. Als Bezugspunkte nennt er Vincent van Gogh und Joseph Beuys.
Er war der Erste, der die deutsche Einheit und das Zusammenwachsen Europas im Bild vorwegnahm, lange bevor beides eintrat.
Nach der Ankündigung der Ausstellung „Europawerk" im Auswärtigen Amt, 2008
Dazu kommen Arbeiten in mehr als fünfzehn Museen, unter anderem in der Kunsthalle Bremen, im Albright-Knox in Buffalo und im Staatlichen Russischen Museum in Sankt Petersburg.